Seit mehreren Jahren war FHEM auf einem Raspberry Pi meine bevorzugte Plattform für das Smart Home. Doch wie bei vielen Technikbegeisterten wächst mit der Zeit nicht nur die Anzahl der Geräte, sondern auch die Anforderungen an das System. Deshalb habe ich mich entschlossen, den Schritt zu Home Assistant zu wagen – und zwar mit neuer Hardware: einem ausrangierten HP Thin Client. In diesem Beitrag teile ich meine Gründe für den Wechsel und werfe einen Blick auf die Vor- und Nachteile beider Systeme.
FHEM: Flexibel, aber komplex
FHEM hat sich lange als stabile Basis bewährt. Besonders attraktiv fand ich die enorme Flexibilität und Anpassbarkeit. Anfangs lief das System zuverlässig und stromsparend auf meinem Raspberry Pi. Durch die textbasierte Konfiguration ließen sich schnell Anpassungen und Erweiterungen vornehmen.
Allerdings bringt diese Flexibilität auch eine gewisse Komplexität mit sich. Neue Geräte oder Automationen hinzuzufügen bedeutete oft, sich tief in Konfigurationsdateien und Logdateien zu vertiefen. Zudem geriet der Raspberry Pi mit zunehmender Anzahl an Geräten und komplexeren Automatisierungen zunehmend an seine Grenzen und lief dadurch nicht mehr so stabil wie anfangs. Vor allem für Einsteiger kann FHEM schnell frustrierend wirken. Auch die Benutzeroberfläche wirkt inzwischen veraltet und wenig intuitiv.
Vorteile von FHEM:
- Hohe Anpassbarkeit und Flexibilität
- Ressourcenfreundlich (ideal für Raspberry Pi bei einfacher Nutzung)
- Große, aktive Community
Nachteile von FHEM:
- Komplexe, textbasierte Konfiguration
- Raspberry Pi stößt bei hoher Geräteanzahl und komplexen Automationen an seine Grenzen
- Wenig intuitive Benutzeroberfläche
- Höhere Einstiegshürde
Home Assistant: Modern und benutzerfreundlich
Der Umstieg auf Home Assistant erfolgte nicht nur wegen einer ansprechenderen und übersichtlicheren Oberfläche. Vor allem die Möglichkeit, Automationen grafisch zu erstellen, hat mich überzeugt. Home Assistant bietet bereits von Haus aus zahlreiche Integrationen an, die sich meist mit wenigen Klicks einrichten lassen.
Für den Betrieb nutze ich nun einen gebrauchten HP Thin Client, der mir überlassen wurde. Die höhere Leistung im Vergleich zum Raspberry Pi sorgt dabei für eine schnellere Reaktionszeit und eine angenehmere Nutzungserfahrung. Besonders überzeugend fand ich auch die einfache Integration von Zusatzdiensten wie MQTT, Node-RED oder Zigbee2MQTT, was die Automatisierungsmöglichkeiten enorm erweitert.
Allerdings ist auch Home Assistant nicht frei von Nachteilen. Die leistungsfähigere Hardware verbraucht mehr Energie als mein bisheriger Raspberry Pi. Zudem können die häufigen Updates, auch wenn sie neue Funktionen bringen, manchmal zu unerwarteten Problemen führen, heißt es.
Vorteile von Home Assistant:
- Modernes und benutzerfreundliches Interface
- Einfache Integration vieler Geräte und Dienste
- Leistungsfähige und zukunftssichere Plattform
- Gute Unterstützung durch die Community
Nachteile von Home Assistant:
- Höherer Energieverbrauch als Raspberry Pi
- Häufige Updates mit gelegentlichen Kompatibilitätsproblemen
Gründe für den Wechsel von FHEM zu Home Assistant
Mein Raspberry Pi mit FHEM stieß immer häufiger an seine Grenzen und war zuletzt wieder einmal komplett abgeschmiert – und ehrlich gesagt hatte ich keine Lust mich schon wieder auf Fehlersuche zu begeben oder alles neu aufzusetzen.
Mein Ziel war es, den Aufwand mit dem Smart Home deutlich zu reduzieren, denn irgendwie wird auch meine Zeit immer knapper, nicht nur Richtung Grube. Naja und eigentlich sollte ein Smart Home das Leben ja auch einfacher machen und nicht komplizierter.
Abgesehen davon, fiel mir auch noch die passende Hardware in die Hände: Der HP t620 PLUS Thin Client, der nur noch ein wenig RAM und eine größere SSD benötigte.
Fazit zum Umstieg von FHEM auf Home Assistant
Nachden ersten Schritten mit Home Assistant bin ich überzeugt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Das System bietet eine angenehmere Benutzererfahrung, eine schnellere Konfiguration und eine Vielzahl neuer Möglichkeiten. Für Anwender, die eine übersichtliche, moderne Oberfläche schätzen und gerne mit grafischen Automatisierungen arbeiten, ist Home Assistant definitiv die bessere Wahl.
Dennoch kommt auch die Flexibilität bei Home Assistant nicht zu kurz: Wer gerne tiefer in die Materie einsteigen möchte, hat jederzeit die Möglichkeit, direkt in den Code zu schauen oder Anpassungen über YAML-Dateien vorzunehmen. Diese Kombination aus einfacher grafischer Oberfläche und optionaler technischer Tiefe macht Home Assistant für mich besonders attraktiv.
Wer allerdings maximale Effizienz bei minimalem Ressourcenverbrauch sucht und bereit ist, sich tiefer in textbasierte Konfigurationen zu stürzen, bleibt bei FHEM weiterhin gut aufgehoben.
Für mich steht fest: Der Wechsel zu Home Assistant hat sich gelohnt – trotz des höheren Energieverbrauchs. Die intuitive Bedienung und die neuen Automatisierungsmöglichkeiten überwiegen klar. – Zudem fühlt sich der alte Thin Client bei mir nun endlich wieder gebraucht. Und für den Raspberry Pi habe ich auch schon eine neue Projektidee, wenn ich denn die Zeit dafür finde.