Im Ratgeber Smart Home für Anfänger erfährst du was Smart Home eigentlich ist und worin sich eine intelligente Heimautomatisierung von einfachen Heim-Automatisierungen unterscheidet. Viele von uns nutzen bereits zahlreiche Smart Home Komponenten, doch das allein macht noch kein Smart Home. Hier soll geklärt werden was Smart Home eigentlich ist, was ein Smart Home ausmacht und wozu ein Smart Home gut ist.

Smart Home für Anfänger

Der Trend Smart Home mutiert zum Dauerbrenner und immer mehr Hersteller bieten einfache Smart Home Lösungen. Gerade deshalb kommen immer mehr Laien auf den Geschmack und versuchen sich am Smart Home für Anfänger. Die Verkaufszahlen der Hersteller im Smart Home Bereich steigen und viele Anwender besitzen schon zahlreiche Smart Home Komponenten, jedoch noch lange kein Smart Home. Das liegt vor allem daran das die meisten Smart Home Anfänger nicht so richtig wissen, was ein Smart Home eigentich ist und was eine intelligente Heimautomatisierung wirklich ausmacht.

Smart Home Komponenten

Die meisten von uns benutzen schon sehr lange Smart Home Komponenten ohne sich dessen bewusst zu sein. Die ersten Vorläufer bilden bereits einfache Automatisierungen und Fernsteuerungen, wie Wecker, Zeitschaltuhren, Bewegungsmelder oder die Heizungssteuerung. Heute überschwemmen so viele Smart Home Komponenten den Markt, das man sie nicht einmal ansatzweise aufzählen könnte. Dazu gehören technische Weiterentwicklungen der Vorläufer, aber auch ganz neue Produkte, wie das Smartphone oder Amazon Echo, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Allerdings werden auch viele Produkte als Smart Home Komponenten angeboten oder wahrgenommen, obwohl sie keine sind. So ist eine Beleuchtung noch lange keine Smart Home Komponente, nur weil man sie mit einer Handy App steuern kann. Smart Home ist viel mehr als eine Anhäufung von Komponenten mit einfachen Automatisierungen und Fernsteuerungen.

Beispiel einer Heimautomatisierung

Die Kaffeemaschine beginnt morgens zur eingestellten Uhrzeit Kaffee zu kochen, noch bevor der Wecker klingelt. Eine Steckdose mit Zeitschaltuhr schaltet das Licht des Aquariums ein und abends wieder ab. Beim Verlassen des Hauses wird per Knopfdruck die Alarmanlage aktiviert und mit einer Fernbedienung das Garagentor geöffnet und geschlossen. Während dessen regelt die Heizung die Temperatur automatisch herunter und vor dem Eintreffen wieder hoch, wie es in der Zeitkurve der Heizungssteuerung eingestellt ist. Wenn man dann nach hause kommt schaltet der Bewegungsmelder vor dem Eingang automatisch das Licht an und der Anrufbeantworter macht blinkend auf verpasste Anrufe aufmerksam. Über die eingebauten Lichtsensoren schließen die Rollos bei Einbruch der Dunkelheit und das Nachtlicht beginnt zu leuchten.

So in etwa sieht heutzutage ein automatisiertes Zuhause aus und was sich Heimautomatisierung nennt, kann ja nur ein Smart Home sein oder nicht?

Heimautomatisierung & Smart Home

Die Anhäufung von Automatisierungen macht aus einem Zuhause jedoch noch lange kein Smart Home. Ganz offensichtlich ist das im oben genannten Beispiel noch einige Komponenten von Hand bedient werden müssen, auch wenn sie schon mit komfortabler Technik ausgestattet sind. Andere Komponenten sind bereits durch eigene Sensoren oder Programmierungen automatisiert worden und reagieren dadurch auf die Bedürfnisse der Bewohner, allerdings nur indirekt.

Das wird insbesondere dann deutlich, wenn man das Verhalten der Bewohner verändert. Dazu nehmen wir einfach an die Bewohner des Hauses hätten Urlaub, dann müssten die Kaffeemaschine, der Wecker und die Heizung umprogrammiert werden. Noch komplizierter wird es bei mehreren Bewohnern, die sich ganz unterschiedlich verhalten. Doch was wenn sich die Bewohner nun auch noch unvorhersehbar verhalten, weil sie beispielsweise im Schichtsystem oder Gleitzeit arbeiten und daher einen unregelmäßigen Tagesablauf haben?

Nun wird schnell klar, wie wenig intelligent dieses automatisierte Zuhause in Wirklichkeit ist. Das liegt daran das die einzelnen Komponenten nicht direkt auf die Bewohner reagieren, sondern nur indirekt durch ihre Programmierung oder eigene Sensoren. Doch wie wird aus einem automatisierten Zuhause ein Smart Home?

Smart Home

Von einem Smart Home spricht man erst dann, wenn das Zuhause flexibel auf seine Bewohner, sich selbst oder die Umgebung reagiert ohne das der Mensch bewusst eingreifen muss. Damit eine Heimautomatisierung zum Smart Home wird, muss sie eine gewisse Intelligenz mitbringen, weshalb man auch von intelligenter Heimautomatisierung spricht. Der Begriff Heimautomatisierung ist daher in Verbindung mit Smart Home ein wenig irreführend, denn nur eine intelligente Heimautomatisierung kann ein Smart Home sein.

Die Intelligenz des Smart Home ist jedoch nicht ganz wie eine wirkliche künstliche Intelligenz zu verstehen, zumindest heute noch(!) nicht. Die scheinbare Intelligenz eines Smart Home entsteht viel mehr durch die Vernetzung der einzelnen Komponenten mit einer Zentrale. Über die Zentrale werden dann bestimmte Verhaltensmuster definiert, die beim Eintritt bestimmter Zustände abgespielt werden. So macht es dann den Anschein als würden einzelne Komponenten intelligent auf das Verhalten der Bewohner, aber auch auf andere Komponenten und die Umwelt reagieren.

Funktionsweise des Smart Home

Das klingt nun ganz schön kompliziert, dabei ist ein Smart Home am einfachsten wie ein lebender Organismus zu begreifen. Die Zentrale ist das Gehirn des ganzen Systems und mit allen Komponenten verbunden (z.B. über WLAN, LAN, Funk, Infrarot, Bluetooth oder per Kabel). Die Komponenten bestehen aus Sensoren und Akteuren, wobei die Sensoren (z.B. für Helligkeit, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Bewegung) die Wahrnehmung der Sinnesorgane übernehmen und Akteure (z.B. Kaffeemaschine, Wecker, Fernseher, Lichtschalter, Steckdose) an die Stelle agierender Körperteile treten. Außerdem können in der Zentrale weitere Informationen abgelegt (z.B. Urlaubsplan, Terminkalender) oder aus dem Internet abgerufen (z.B. Wetter, Verkehr, Nachrichten) werden. Durch die Vernetzung der einzelnen Komponenten muss nicht jedes einzelne Gerät mit entsprechenden Sensoren, Steuerungen und Informationsquellen ausgestattet sein, was Kosten und Energie spart. Wenn jede Komponente mit der Zentrale kommunizieren kann, können in der Zentrale alle Information abgerufen und alle Gerät gesteuert werden. Für eine intelligente Steuerung müssen lediglich sinnvolle Muster erstellt werden, auf welche Informationen mit welchen Reaktionen geantwortet werden soll.

Beispiel eines Smart Home

Kurz bevor der Wecker eines Bewohners klingelt sendet die Zentrale den Befehl zum Kaffee kochen an die Kaffeemaschine. Die Zeiten für den heutigen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang werden aus dem Internet abgerufen und das Licht des Aquariums entsprechend geschaltet. Mit Hilfe von Sensoren öffnet sich das Garagentor beim Öffnen des Autos und schließt sich beim Verlassen der Einfahrt selbständig. Kurz nach dem der letzte Bewohner das Haus verlassen hat, wird die Alarmanlage aktiviert, die Beleuchtung abgeschaltet und die Heizung herunter geregelt. Die Zentrale erkennt per GPRS das sich ein Bewohner auf dem Heimweg befindet und regelt die Heizung hoch. Das Eintreffen des Bewohners wird über die Anwesenheitserkennung registriert und entsprechend werden die Alarmanlage deaktiviert und bei Dunkelheit die Außenbeleuchtung kurze Zeit aktiviert. Ein Sensor registriert das Eintreten des Bewohners, schaltet die Außenbeleuchtung aus und spielt die Nachrichten auf dem Anrufbeantworter ab. Sobald es dunkel wird werden alle Rollos geschlossen und alle Nachtlichter angeschaltet, wenn im Raum keine andere Beleuchtung angeschaltet wurde. Ein Sensor registriert ob der Bewohner sein Handy auf dem Nachtschrank ablegt und stellt den Wecker entsprechend des Urlaubsplans und der Schlafgewohnheiten.

In diesem Beispiel wird deutlich wie flexibel ein Smart Home auf seine Bewohner reagieren kann. Selbst wenn die Bewohner ihr Verhalten unvorhergesehen ändern und früher nach hause kommen oder später gehen, ist keine manuelle Anpassung notwendig. Lediglich der Urlaubsplan müsste aktuell gehalten werden. Dieses Beispiel ist natürlich nur ein kleiner Ausschnitt aller Möglichkeiten, macht aber den Unterschied zwischen einer Heimautomatisierung und einer intelligenten Heimautomatisierung recht deutlich.

Bedeutung des Smart Home

Nun mag man sich fragen ob man ein Smart Home wirklich benötigt, wenn man doch bisher auch ohne Smart Home leben konnte. Ein Smart Home bringt erst einmal einen gewissen Komfort mit sich, an den man sich gern schnell gewöhnt. Natürlich ist auch heute noch ein Leben ohne Smart Home möglich, genauso wie man auch ohne Smartphone, Internet oder Elektrizität leben könnte, um es einmal ein wenig überspitzt auszudrücken.

Unter gewissen Umständen kann ein Smart Home jedoch auch deutlich zum Energie sparen beitragen, was am Ende dem eigenen Geldbeutel und der Umwelt zu Gute kommt. Dem entgegen zu halten sind natürlich auch die Kosten der Anschaffung und die Belastung der Umwelt durch die Herstellung der Komponenten. Allerdings kann man die Kosten ein wenig eindämmen, indem man eine möglichst flexible und kostengünstige Smart Home Lösung wählt. Weiterhin ist man auch nicht gezwungen das eigene Zuhause sofort vollständig mit Smart Home Komponenten auszustatten. Es liegt jedem frei langsam zu beginnen und nur wenn Dinge ohnehin ersetzt werden müssen, bei der Neuanschaffung auf die Smart Home Tauglichkeit zu achten. Dann würde man nur die eventuellen Mehrkosten und höhere Umweltbelastung des Smart Home Geräts im Vergleich zu einem normalen Gerät in die Kalkulation einbeziehen.

Zusammenfassung: Smart Home für Anfänger

Von einem Smart Home spricht man, wenn das Zuhause flexibel auf seine Bewohner, sich selbst oder die Umgebung reagiert ohne das der Mensch bewusst eingreifen muss. Man bezeichnet es auch als intelligente Heimautomatisierung dessen Komponenten mit einander kommunizieren und zentral gesteuert werden können.

  • Zentrale Smart Home Steuerung
  • vernetzte Komponenten (Sensoren, Akteure)
  • Kommunikation zwischen Komponenten und Zentrale

Einstieg ins Smart Home

Der Einstieg ins Smart Home sollte immer zuerst mit der Auswahl der zentralen Steuerung beginnen, da davon abhängt welche Komponenten angesteuert werden können. Nicht alle Smart Home Komponenten auf dem Markt können auch wirklich mit einer zentralen Steuerung verbunden werden und viele Komponenten funktionieren nur mit der Hersteller-eigenen zentralen Smart Home Steuerung. Unter Einstieg ins Smart Home findest du weitere Informationen zu verschiedenen Smart Home Lösungen.